Russisches Yoga: Asanas mal richtig entspannt

Yoga ist fester Bestandteil der Entspannungskultur. Eine neue Form scheint Yoga aus Russland zu sein, von dem im Netz Bilder zu sehen sind. Was die Männer auf den Fotos machen, ist aber nicht entspannend.

Die Bilder, die unter der Bezeichnung „Russisches Yoga“ im Netz zu finden sind, zeigen betrunkene Männer, die in absurden Körperpositionen ihren Rausch ausschlafen. Lustig soll dabei der Vergleich mit Fotos von fortgeschrittenen Yogapositionen, den Asanas, sein. Yogapositionen dienen der Entspannung, sind allerdings für Ungeübte schwer einzunehmen. Die Männer auf den Bildern sind auch ganz entspannt, und ihnen scheint der Genuss von Alkohol unbegrenzte Flexibilität zu schenken. Allerdings ist man bei Yoga danach entspannt, während man nach russischem Yoga eher Kopfschmerzen hat.

Yoga ist ursprünglich eine aus Indien stammende philosophische Bewegung, die in der Verbindung von Atem-, Körper- und Meditationsübungen zu göttlichen und philosophischen Erkenntnissen verhelfen soll. In Europa und Nordamerika wurde schwerpunktmäßig die körperliche Seite übernommen. Aus den fünf klassischen Formen des Yogas, dem Karma, Bhakti, Hatha, Raja und Juana haben sich viele neue Schulen entwickelt. Diese werden oft nach den Gurus oder Lehrern benannt, die sie entwickelt haben.

In Europa ist das Hatha Yoga heutzutage die „klassische“ Form. Die Positionen können statisch oder dynamisch sein. Eine statische Position wird eingenommen, gehalten und wieder aufgelöst. Eine dynamische Position wird im Verlauf verändert und beinhaltet eine gleichmäßige Bewegung. Es gibt zahlreiche Asanas, die je nach Schule in unterschiedlicher Reihenfolge eingenommen werden. Dazwischen gibt es immer wieder Entspannungsphasen und Atemübungen. Yoga kann ohne und mit Hilfsmittel praktiziert werden. Eine Yogaform, das Bikram Yoga, wird in einem heißen Raum ausgeführt. Trotz dieser Unterschiede werden einige Asanas in gleicher oder ähnlicher Form von allen Yogaschulen angewandt. Einige davon sind der Baum, der Diamantsitz, das Dreieck, der Bogen, der Held, der Hund, die Katze und der Sonnengruß. Auf den Fotos mit den verrenkten russischen Männern werden fortgeschrittene Positionen gezeigt, die nach Aussage von Yogaliteratur erst nach einigen Jahren Übung eingenommen werden können. Es sind die Asanas Sarvasana, Balasana, Setu Bandha Savangasana, Marjayasana, Halasana, Salabhasana, Ananda Balasana, Malasana und die Taube. Die meisten haben noch keine gebräuchliche deutsche Bezeichnung, weil sie nicht zu den Standardpositionen gehören.

Yoga soll sich positiv auf das gesundheitliche Befinden auswirken. Es kann die Durchblutung allgemein und auch sonst vernachlässigter Körperregionen fördern. Es kann bei Schlafstörungen Abhilfe schaffen. Durch die Entspannung und den Abbau von Stress können wohl auch Angst und Depression unterstützend gelindert werden. Es regt die Funktionen von einigen Körperdrüsen und die Ausscheidung von Giftstoffen an. Es lindert Rückenschmerzen, da es die Muskulatur stärkt und die Beweglichkeit steigert. Aufgrund der letzten Wirkung wird es auch teilweise von Krankenkassen als präventive Gesundheitsmaßnahme finanziert. Über den Umfang der Leistungen der Krankenkasse kann man sich im Netz informieren.